Konzeptvorstellung: „Inklusive Konzerte – Musik für alle“

Seit rund zwanzig Jahren gebe ich Konzerte in Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen und habe das Konzept im Laufe der Zeit kontinuierlich weiterentwickelt. Die ersten Konzerte fanden in Berlin in der Stephanus-Stiftung statt. Dort fiel besonders auf, wie unmittelbar und authentisch Menschen mit Beeinträchtigungen auf musikalische Impulse reagieren. Ihre direkte Rückmeldung – ob durch Bewegung, Gestik, spontane Äußerungen oder Momente völliger Ruhe – bildet bis heute die Grundlage der programmatischen Ausrichtung.

Ein zentrales Merkmal des Konzepts ist die flexible Anpassung des Programms an die Stimmung und Bedürfnisse des Publikums. Die Konzertdramaturgie bleibt bewusst offen, sodass ich innerhalb des Konzerts auf Reaktionen eingehen und musikalische Schwerpunkte verändern kann. Dies ermöglicht ein Höchstmaß an individueller Teilhabe.

Im Laufe der Jahre wurde das Format professionalisiert und in mehreren Bereichen ausgebaut. Dazu zählen der barrierefreie Zugang, die gezielte Programmauswahl sowie die enge Kooperation mit verschiedenen Einrichtungen und Diensten, unter anderem mit der Caritas, dem Troxler-Haus, Altenheimen und Demenz-Wohngruppen. Ein wichtiger Bestandteil ist die Zusammenarbeit mit sozialen Diensten, die unter anderem die Begleitung und den Transport der Bewohnerinnen und Bewohner organisieren.

Ein fest integriertes partizipatives Element ist das gemeinsame Singen während des Konzerts, das auch Menschen einbezieht, die sonst nur begrenzt aktiv teilnehmen können. Die während der Konzerte entstehende Geräuschkulisse wird bewusst akzeptiert. Das Format schafft einen Raum, der weder Stille noch bestimmte Verhaltensnormen verlangt. Dadurch entsteht eine Atmosphäre, in der sich alle frei bewegen und ausdrücken dürfen. Im Anschluss gibt es meist ein gemeinsames Beisammensein und Austausch mit Bewohnerinnen, Bewohnern, Angehörigen und Betreuungspersonal.

Die Rückmeldungen der Einrichtungen sind durchweg positiv. Immer wieder wird betont, dass solche Konzertformate selten angeboten werden und klassische Konzerte oft zu hohe Anforderungen an Ruhe und Disziplin stellen. Besonders eindrücklich ist, dass selbst schwerstbehinderte Menschen bei ruhiger klassischer Musik oft völlig still werden – ein Zustand, den Pflegekräfte und Angehörige als selten und als Ausdruck von innerer Ruhe beschreiben.

Das Konzept ist inzwischen wird in Kooperation mit verschiedenen Projekten und Initiativen fortlaufend erweitert. Die Resonanz zeigt, dass inklusive Konzerte nicht nur kulturelle Teilhabe ermöglichen, sondern auch Momente der Entspannung, des Friedens und der Verbindung schaffen, die über das Konzert hinaus wirken.

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