Würdigung mit Wirkung: Nach welchen Kriterien Chöre und Ensembles prämiert werden

Das Prädikat „Hier klingt’s mir gut“ würdigt Chöre und Ensembles, die sich auf den Weg machen, musikalische Gemeinschaft inklusiv zu gestalten. Grundlage der Prämierung sind klar definierte Kriterien, die sich an zentralen Aspekten der Teilhabe, Zugänglichkeit und nachhaltigen Entwicklung orientieren. Dabei geht es nicht um das Erfüllen möglichst vieler Anforderungen im Sinne eines starren Katalogs, sondern um eine nachvollziehbare Haltung und erste Schritte hin zu mehr Inklusion im musikalischen Alltag.

Ein wesentliches Kriterium ist die Zusammensetzung der musikalischen Gemeinschaft. Im Fokus steht die Frage, inwieweit Menschen mit unterschiedlichen Lebensrealitäten Zugang finden und aktiv eingebunden werden. Dabei wird berücksichtigt, ob Teilhabe ermöglicht und Mitgestaltung gefördert wird. Ebenso spielt die Gestaltung der Rahmenbedingungen eine Rolle. Dazu gehören zugängliche Proben- und Aufführungsorte sowie Maßnahmen, die Barrieren reduzieren und eine Teilnahme für möglichst viele Menschen erleichtern. Auch einfache Lösungen und erste Anpassungen werden hier bereits positiv bewertet.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Ausstattung und den unterstützenden Strukturen. Dazu zählen angepasste Materialien, flexible Probenmethoden sowie unterstützende Angebote, die eine Teilnahme entsprechend individueller Bedürfnisse ermöglichen. Es wird nicht erwartet, dass alle Maßnahmen bereits vollständig umgesetzt sind. Entscheidend ist, ob ein Bewusstsein für unterschiedliche Voraussetzungen besteht und ob Schritte unternommen werden, diesen gerecht zu werden.

Auch die künstlerische Arbeit selbst wird in den Blick genommen. Bewertet wird, ob Raum für kreative Beiträge entsteht und ob die individuellen Ausdrucksmöglichkeiten der Mitwirkenden berücksichtigt werden. Eine wertschätzende Atmosphäre und die Orientierung an den Ressourcen der Beteiligten sind dabei zentrale Aspekte.

Darüber hinaus wird betrachtet, wie Ensembles ihre Arbeit nach außen tragen. Öffentlichkeitsarbeit, Aufführungen und Projekte können dazu beitragen, Inklusion sichtbar zu machen und andere zu sensibilisieren. Ebenso wird berücksichtigt, ob inklusive Ansätze langfristig im Ensemble verankert sind und ob eine Bereitschaft besteht, diese kontinuierlich weiterzuentwickeln. Kooperationen mit anderen Akteuren können diesen Prozess unterstützen, sind jedoch keine Voraussetzung.

Die Kriterien machen deutlich, dass die Hürden für eine Bewerbung bewusst niedrig angesetzt sind. Es geht nicht darum, ein vollständig ausgearbeitetes inklusives Konzept vorzulegen. Vielmehr stehen erste Ansätze, Offenheit und die Bereitschaft zur Weiterentwicklung im Vordergrund. Auch Ensembles, die sich noch am Anfang dieses Weges befinden, können die Voraussetzungen für eine Bewerbung erfüllen.

Daher richtet sich die Einladung ausdrücklich auch an Chöre und Ensembles, die bisher wenig Erfahrung im Bereich Inklusion haben. Eine Bewerbung kann ein sinnvoller nächster Schritt sein, um die eigene Arbeit zu reflektieren und neue Impulse zu erhalten. Im Falle einer Auswahl erfolgt eine begleitende Unterstützung, die dabei hilft, bestehende Ansätze weiter auszubauen und neue Möglichkeiten zu erschließen.

Die Würdigung versteht sich somit nicht nur als Anerkennung, sondern auch als Anstoß für Entwicklung. Sie bietet die Chance, Inklusion im eigenen Ensemble schrittweise zu stärken und Teil eines Netzwerks zu werden, das diesen Prozess aktiv gestaltet.

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