Musik entsteht mit Händen, Stimme oder Atem – aber vielleicht auch allein durch Gedanken. Die inklusive iBand Saar zeigt, wie technische Innovation Menschen neue musikalische Ausdrucksmöglichkeiten eröffnen kann.
Die Bandmitglieder musizieren bislang vor allem über Tablets, die an ihren Rollstühlen befestigt sind. Doch nicht alle können Hände oder Finger gezielt bewegen. Der Informatiker und Musiker Jonas Becker entwickelte deshalb eine Software, die gemessene Hirnströme in musikalische Signale übersetzt. Bei einem ersten Praxistest konnte Bandmitglied Ferdinand Bedau auf diese Weise ein Solo innerhalb eines gemeinsam gespielten Liedes auslösen.
Noch befindet sich die Technik in einer frühen Entwicklungsphase. Der Versuch macht jedoch sichtbar, welches Potenzial entsteht, wenn digitale Möglichkeiten konsequent an den Fähigkeiten und Bedürfnissen der Menschen ausgerichtet werden. Langfristig soll die Software nicht nur einzelne Töne, sondern ganze Akkordfolgen ermöglichen und als frei zugängliche Open-Source-Lösung zur Verfügung stehen.
Das Projekt erinnert uns daran: Kulturelle Teilhabe bedeutet nicht, dass alle Menschen auf dieselbe Weise musizieren müssen. Entscheidend ist, dass jeder Mensch einen eigenen Zugang zur Musik erhalten kann. Inklusion beginnt dort, wo nicht die vermeintlichen Grenzen eines Menschen im Mittelpunkt stehen, sondern seine Möglichkeiten.
Die iBand Saar lässt damit nicht nur Zukunftsmusik erklingen. Sie zeigt bereits heute, wie Kreativität, Technik und gemeinschaftliches Musizieren Barrieren überwinden können.
Hier geht es zum Beitrag der ARD:
https://www.tagesschau.de/kultur/iband-saar-musik-mit-hirnstrom-100.html
Quelle: Tagesschau/Saarländischer Rundfunk, 11. Juni 2026.





